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Solaranlage für Wohnmobil berechnen

Berechne in 3 Schritten, welche Solaranlage du für dein Wohnmobil brauchst. Unser Rechner ermittelt deinen Stromverbrauch, die optimale Modulgröße und die richtige Batterie.

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Was verbrauchst du?

Aktiviere die Geräte, die du im Wohnmobil nutzt, und passe Leistung und Nutzungsdauer an.

Kühlschrank (Kompressor)

W
8 h

= 360 Wh/Tag

LED-Beleuchtung

W
4 h

= 60 Wh/Tag

Handy laden (2×)

W
3 h

= 45 Wh/Tag

Laptop

W
3 h

= 195 Wh/Tag

Wasserpumpe

Standheizung (Gebläse)

TV / Tablet

Kaffeemaschine

Föhn

Espressomaschine

Zusammenfassung

Grundverbrauch660 Wh/Tag
+ 15 % Verluste99 Wh
Gesamtverbrauch759 Wh/Tag

63.3 Ah bei 12 V

Mittlerer Verbrauch51%

Solaranlage für Wohnmobil berechnen — So gehst du vor

Die Dimensionierung einer Solaranlage fürs Wohnmobil besteht aus drei aufeinander aufbauenden Schritten: Zuerst ermittelst du deinen täglichen Stromverbrauch — das ist die mit Abstand wichtigste Zahl. Dann berechnest du auf Basis von Region und Reisezeit, wie viel Solarleistung (Wp) du auf dem Dach brauchst. Und schließlich bestimmst du die passende Batteriekapazität (Ah) für deine gewünschte Autarkie.

Warum ist der Stromverbrauch der wichtigste Faktor?

Viele Camper kaufen zuerst ein Solarmodul und wundern sich dann, dass der Strom nicht reicht. Der Fehler: Sie haben nie systematisch erfasst, wie viel Energie sie tatsächlich am Tag verbrauchen. Unser Rechner listet die typischen Verbraucher mit realistischen Wattzahlen auf — vom Kompressor-Kühlschrank bis zur Kaffeemaschine. So bekommst du eine verlässliche Grundlage für alle weiteren Entscheidungen.

Praxisbeispiel: Typischer Verbrauch eines Paares im Sommer

Ein Paar, das im Sommer in Südeuropa unterwegs ist, hat typischerweise folgende Verbraucher: Kompressor-Kühlschrank (45 W, 8 h = 360 Wh), LED-Beleuchtung (15 W, 4 h = 60 Wh), zwei Handys laden (15 W, 3 h = 45 Wh) und einen Laptop (65 W, 2 h = 130 Wh). Das ergibt einen Grundverbrauch von ca. 600 Wh. Mit 15 % Wechselrichter-Verlusten sind es rund 690 Wh pro Tag. Bei 7 Sonnenstunden in Südeuropa und einem System-Wirkungsgrad von 85 % braucht dieses Paar eine Solaranlage mit mindestens 150 Wp — ein 200-Wp-Modul wäre die sichere Wahl.

Erstmal nur den Verbrauch berechnen? Zum Stromverbrauch-Rechner →

Welche Solarmodule gibt es?

Monokristallin vs. Polykristallin

Monokristalline Module haben einen höheren Wirkungsgrad (20–22 %) und liefern bei gleicher Fläche mehr Leistung. Sie sind heute Standard für Wohnmobile. Polykristalline Module sind günstiger, aber mit 15–18 % Wirkungsgrad weniger effizient und benötigen mehr Fläche — auf dem begrenzten Dach eines Campers ein klarer Nachteil.

Fest montiert, flexibel oder faltbar?

Fest montierte Module mit Alurahmen sind am effizientesten und langlebigsten. Sie werden mit Halterungen oder Spoilern aufs Dach geschraubt und bilden einen Spalt für die Hinterlüftung — das verhindert Leistungsverlust durch Hitze.

Flexible Module werden direkt auf das Dach geklebt. Sie sind leicht und flach, haben aber eine kürzere Lebensdauer und werden heißer, weil die Hinterlüftung fehlt. Ideal für gewölbte Dächer oder wenn die Aufbauhöhe eine Rolle spielt.

Faltbare Module sind tragbar und können optimal zur Sonne ausgerichtet werden. Perfekt als Ergänzung oder für Camper, die keine feste Dachinstallation wollen. Nachteil: Du musst sie jedes Mal aufbauen und sichern.

LiFePO4 vs. AGM — Welche Batterie für dein Wohnmobil?

Die Wahl der Batterie ist neben dem Solarmodul die zweitwichtigste Entscheidung. Hier ein direkter Vergleich der beiden gängigsten Technologien:

EigenschaftLiFePO4AGM / GEL
Preis pro Ahca. 4–6 €ca. 1,50–2,50 €
Gewicht (100 Ah)ca. 12 kgca. 28 kg
Lebensdauer10–15 Jahre3–5 Jahre
Nutzbare Kapazität90 %50 %
Ladezyklen3.000–5.000400–600

Unsere Empfehlung: Wer regelmäßig campt und langfristig denkt, fährt mit LiFePO4 günstiger — trotz des höheren Kaufpreises. Gerechnet auf die Lebensdauer kosten LiFePO4-Batterien pro nutzbarem Ah pro Jahr weniger als AGM.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Solar-Dimensionierung

  1. 1. Batterie zu klein dimensioniert. Viele kaufen eine 100-Ah-Batterie, vergessen aber, dass bei AGM nur 50 Ah nutzbar sind. Für 2 Tage Autarkie bei 600 Wh Tagesverbrauch brauchst du mindestens 200 Ah AGM oder 120 Ah LiFePO4.
  2. 2. Wechselrichter-Verluste vergessen. Jeder 12 V → 230 V Wechselrichter hat Verluste von 10–15 %. Wer den Kaffeevollautomaten oder den Föhn nutzt, muss diese Verluste in die Berechnung einbeziehen — sonst fehlen schnell 100+ Wh pro Tag.
  3. 3. Winterbetrieb unterschätzt. In Mitteleuropa gibt es im Winter nur 1,5 Sonnenstunden pro Tag. Wer ganzjährig autark sein will, braucht ein deutlich größeres System oder einen Stromgenerator als Backup. Mehr zum Stromgenerator →
  4. 4. Module falsch ausgerichtet. Flach auf dem Dach liegende Module verlieren bis zu 30 % Leistung gegenüber optimal geneigten Modulen. Wer kann, sollte Aufständerungen nutzen oder faltbare Module zur Sonne ausrichten.
  5. 5. Keinen MPPT-Laderegler verwendet. Ein PWM-Regler verschenkt bis zu 30 % Ertrag. Ab 200 Wp lohnt sich ein MPPT-Regler immer — die Mehrkosten von 50–100 € amortisieren sich innerhalb weniger Monate.

Häufige Fragen zur Solaranlage im Wohnmobil

Das hängt von deinem täglichen Stromverbrauch und deinem Reiseziel ab. Ein typisches Paar im Sommer in Südeuropa kommt mit 200 Wp aus. Wer im Winter unterwegs ist oder viele Verbraucher hat, braucht 400 Wp oder mehr. Nutze unseren Rechner oben für eine individuelle Berechnung.
Ein 100-Wp-Modul reicht für einen sehr geringen Verbrauch — etwa Handy laden, LED-Licht und gelegentlich die Wasserpumpe. Sobald du einen Kompressor-Kühlschrank oder einen Laptop nutzt, wirst du mindestens 200 Wp brauchen.
LiFePO4-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) halten typischerweise 3.000 bis 5.000 Ladezyklen, was bei täglicher Nutzung etwa 10 bis 15 Jahren entspricht. Im Vergleich: AGM-Batterien schaffen nur 400 bis 600 Zyklen und halten 3 bis 5 Jahre.
Ja, viele Camper bauen ihre Solaranlage selbst ein. Die Module werden aufs Dach geklebt oder geschraubt, der Laderegler im Fahrzeug montiert und mit der Batterie verbunden. Wichtig: Achte auf den korrekten Kabelquerschnitt und sichere alle Verbindungen mit Sicherungen ab. Bei Unsicherheit lass die Endabnahme von einem Fachbetrieb machen.
Die Kosten variieren stark: Ein Einsteiger-Set mit 100 Wp und PWM-Regler gibt es ab ca. 150 €. Eine solide Anlage mit 200 Wp, MPPT-Regler und 100 Ah LiFePO4-Batterie kostet ca. 800–1.200 €. Große Anlagen mit 400+ Wp und 200 Ah LiFePO4 liegen bei 1.500–2.500 €.
Ein MPPT-Regler ist effizienter und holt bis zu 30 % mehr Ertrag aus deinen Modulen, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen und im Winter. Ein PWM-Regler ist günstiger, reicht aber nur für kleine Anlagen bis 100 Wp. Ab 200 Wp empfehlen wir immer einen MPPT-Regler.