Ruhezeiten — Die heilige Kuh
Auf fast allen deutschen Campingplätzen gelten feste Ruhezeiten:
- Mittagsruhe: 13:00–15:00 Uhr (auf vielen Plätzen, nicht auf allen)
- Nachtruhe: 22:00–07:00 Uhr (überall)
Während der Ruhezeiten: Keine laute Musik, kein Gehämmer, keine lauten Gespräche, Motor aus, Generator aus. Kinder dürfen spielen, aber nicht schreien. Das klingt streng, ist aber der Grund warum Camping so entspannt ist.
Im Ausland: Südeuropäische Campingplätze sind oft lockerer (Nachtruhe erst ab 23 Uhr). Skandinavische Plätze sind strenger. Immer die Platzordnung am Eingang lesen.
Müll & Sauberkeit
- Müll trennen — die meisten Plätze haben Restmüll, Papier, Plastik, Glas, Bio
- Stellplatz sauber hinterlassen — wie du ihn vorgefunden hast
- Abwaschen im Spülbecken — nicht am Stellplatz auf den Boden
- Sanitärgebäude: Dusche nach Nutzung abwischen, Haare entfernen, Toilette sauber hinterlassen
- Grauwasser: NIE auf den Boden kippen — immer an der Entsorgungsstation
Hunde auf dem Campingplatz
Die meisten deutschen Campingplätze erlauben Hunde, aber mit Regeln:
- Leinenpflicht: Fast immer auf dem gesamten Platz (auch wenn dein Hund "der Liebste" ist)
- Kotbeutel: Pflicht. Immer aufräumen. Hunde-Klo nutzen wenn vorhanden.
- Kein Hund im Sanitärgebäude — auch nicht "nur kurz"
- Bellen: Dauerhaftes Bellen vermeiden — Nachbarn stört das
- Gebühr: 2–5 €/Nacht für den Hund
Ausführlich: Camping mit Hund.
Grillen — Was ist erlaubt?
- Gasgrill: Fast überall erlaubt — kein Rauch, kein offenes Feuer
- Kohlegrill: Auf vielen Plätzen verboten (Rauch + Brandgefahr). Vorher fragen!
- Elektrogrill: Immer erlaubt wenn Strom vorhanden
- Offenes Feuer / Lagerfeuer: Fast immer verboten auf Campingplätzen. Ausnahmen: Ausgewiesene Feuerstellen
- Raucharm: Der LotusGrill* (~90 €) wird auf vielen Plätzen akzeptiert wo normale Kohlegrills verboten sind
Grill-Ratgeber: Camping-Grill.
Stellplatz-Grenzen
- Nicht über die Parzelle hinaus ausbreiten — dein Platz ist dein Platz
- Wäsche: Nur an eigener Wäscheleine, nicht an Bäumen oder zwischen Parzellen
- Abstand zum Nachbarn: Mindestens die Parzellen-Grenzen einhalten
- Markise: Darf nicht in den Nachbar-Bereich ragen
Auto & Verkehr
- Schritttempo auf dem gesamten Campingplatz (5 km/h)
- Parkverbot auf den Wegen — nur auf dem eigenen Stellplatz
- Ankunft/Abfahrt: Viele Plätze haben feste Zeiten (Check-in ab 14 Uhr, Check-out bis 12 Uhr). Außerhalb der Ruhezeiten an-/abreisen!
- Keine Motorrad-/Auto-Reparaturen auf dem Campingplatz
Ungeschriebene Regeln (Der Camping-Knigge)
Diese Regeln stehen nirgends, aber jeder Camper kennt sie:
- Grüßen: Auf dem Campingplatz grüßt man sich. Immer. Auch Fremde.
- Nicht durch fremde Parzellen laufen — den Weg nehmen, auch wenn die Abkürzung verlockend ist
- Licht nachts dimmen — keine grelle Flutlicht-Laterne die den Nachbarn blendet
- Musik: Nur mit Kopfhörern oder leise. Dein Geschmack ist nicht jedermanns Geschmack.
- Kinder: Beaufsichtigen, besonders am Wasser. Spielplatz-Regeln beachten.
- Hilfsbereitschaft: Wenn der Nachbar sein Zelt im Regen aufbaut — anbieten zu helfen. Das ist Camping-Kultur.
- Privatsphäre: Nicht zum Nachbarn rüberstarren oder ungefragt aufs Grundstück kommen
Fazit
Die goldene Regel: Behandle den Campingplatz und deine Nachbarn so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Wer leise ist, sauber aufräumt und freundlich grüßt, hat das beste Camping-Erlebnis.
Mehr für Einsteiger: Camping für Anfänger. Checkliste: Camping-Checkliste.